Open Access als Spiel

März 27, 2009

seit heute im ArXiv: eine gemeinsame Arbeit mit Lutz
An Evolutionary Game-Theoretic Approach to Open Access

In der Arbeit Quantum Game Theory and Open Access Publishing wird Open Access mit Mitteln der Spieltheorie mathematisch als Spiel zwischen zwei Wissenschaftlern beschrieben.
Hintergrund dafür war die Beobachtung, dass es wissenschaftliche Communities gibt, in denen Open-Access-Publizieren stärker verbreitet und akzeptiert ist als in anderen Fachgemeinschaften. Ziel der Arbeit war es, eine mathematische Beschreibung dieses Phänomens zu finden. Jeder der beiden Spieler hat dabei die selben zwei Spielstrategien zur Auswahl: Publikation der eigenen wissenschaftlichen Resultate im Sinne von Open Access oder konventionelles Publizieren (Zeitschriftenkrise).
Das Spiel ist ein Spiel, welches für beide Spieler „gleich aussieht“. Und insbesondere stellt sich heraus, dass sich die nicht-Open-Access-publizierenden Communities in einem „Nash-Dilemma“ befinden: ein spieltheoretischer Gleichgewichtszustand, der sie nicht gerade dazu ermuntert, ihre Spielstrategie in Richtung Open Access zu ändern.

Beim Lesen der Arbeit drängt sich der Gedanke auf, Open Access spieltheoretisch als Spiel zwischen Wissenschaftlern und Verlagen zu modellieren. Dafür gibt es das spieltheoretische Rüstzeug der Bimatrix-Spiele. Jeder der Spieler (Wissenschaftler und Verlag) hat jeweils für sich zwei Spielstrategien zur Auswahl und in Abhängigkeit der gewählten Spielstrategie des Gegenspielers eine eigene Gewinnausschüttung (Gewinnmatrix).

Diese Herangehensweise erlaubt es auch, auf beiden Seiten ganze Populationen von Spielern zu betrachten und schließlich erhält man nicht nur eine mathematische Beschreibung der Verteilung beider Publikationsstrategien bei den Wissenschaftlern sondern auch eine Darstellung des unterschiedlichen Verhaltens seitens der Verleger in Bezug auf Open Access. Die mathematischen Einzelheiten dieses Gedankens habe ich mit Lutz in oben genannter Notiz ausgearbeitet. Das Ganze erweist sich – in dieser einfachen Formulierung – auch noch als System mit regelmäßig wiederkehrendem (zyklischem) Verhalten.


Und nicht vergessen:

März 13, 2009

morgen ist \pi-Tag.


ital. Mathematikbücher in den Nationallizenzen

März 6, 2009

Über die von der DFG finanzierten Nationallizenzen werden auch mehrere italienische Mathematikbücher elektronisch angeboten:

Mathematik allgemein
Romano, Antonella:
La contre-réforme mathématique : costitu- tion et diffusion d’une culture mathémati- que jésuite à la Renaissance : 1540-1640.

De Bernart, Luciana:
Numerus quodammodo infinitus : per un approccio storico-teorico al dilemma matematico nella filosofia di Giordano Bruno.

Algebra
Di Martino, Pietro:
Algebra.

Arithmetik
Numerare, contare, calcolare : per un approccio interdisciplinare allo studio della quantificazione.

Analysis
Poletti, Mario:
Distribuzioni : una lettura per segnali sistemi e reti elettriche.

Geometrie
Maurolico, Francesco:
Le sezioni coniche di Maurolico.

Commandino, Federico:
La prospettiva di Federico Commandino.

Franzoni, Tullio:
Dispense di geometria.

Wahrscheinlichkeitsrechnung, math. Statistik & angewandte Mathematik
Statistical Modelling : Proceedings of the 19th International Workshop on Statistical Modelling, Florence (Italy), 4-8 July 2004

Metodi statistici per la finanza e l’assicurazioni.

Picci, Lucio:
Introduzione alla statistica.

Bettuzzi, Giancarlo:
Argomenti di statistica descrittiva.

Picci, Lucio:
Esercizi di statistica ambientati in Romagna e altrove.

Pacini, Barbara & Picci, Lucio:
Introduzione alla statistica.

Bettuzzi, Giancarlo:
Introduzione all’inferenza statistica.

Gini, Corrado:
Statistica e induzione = Induction and Statistics.

Bettuzzi, Giancarlo:
Introduzione all’inferenza statistica.


Im Buch „The Survival of a Mathematician“

März 2, 2009

(bei Amazon) von Steven G. Krantz lesen wir auf Seite 99 im Abschnitt „Publishing Papers“:

Hard-copy journals and books are archived by putting a thousand copies in a thousand different libraries around the world. Each copy is stable, and the likelihood of all copies disappearing is slight. Electronic media can also have mirror copies, backup copies, disaster backups, and so forth. But each copy is unstable, and sunspots or other natural disasters could wipe out all copies at once. There is still much to learn about the archiving of electronic media.